Unter einer Mammographie ist eine konventionelle Röntgenuntersuchung der Brust zu verstehen, bei der im Vergleich zu anderen Röntgenuntersuchungen sehr weiche Röntgenstrahlen zur Bilderzeugung verwendet werden. Nur so ist eine Unterscheidung der Weichteilstrukturen der Brust (Fettgewebe, Drüsenkörper, Haut und Gefäße) möglich, die sich in ihrer Dichte ähneln. Spezielle Röhren- und Filtersysteme erzeugen die erforderlichen Strahlenanteile. Mit speziellen Film-Folien-Kombinationen ist es möglich, eine Abbildung feinster Strukturen (0,3 mm für Übersichtsaufnahmen, 0,1 mm für Vergrößerungen) zu erreichen. Um die Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten und um Bewegungsunschärfen zu vermeiden, muss man die Brust in einer speziellen Vorrichtung komprimieren (Plexiglas-Tubus). Bei der Standarduntersuchung fertigt man zwei Röntgenaufnahmen pro Brust an. Manchmal ist eine Vergrößerungsaufnahme erforderlich, um sehr kleine Bilddetails wie etwa Mikrokalk besser erkennen zu können.
Die meisten Patienten empfinden es als unangenehm oder auch schmerzhaft, wenn die Brust für die Untersuchung komprimiert wird. Die Kompression dauert allerdings nur wenige Sekunden und lässt automatisch nach, wenn der Röntgenfilm belichtet wurde. Bitte verzichten Sie am Tag der Untersuchung auf Parfüms und Cremes, insbesondere im Bereich der Achselhöhle. Bei Vorsorgeuntersuchungen sollten Frauen den Termin der Mammographie am besten in die erste Zyklushälfte legen, da die Kompression dann weniger schmerzhaft und eine Schwangerschaft ausgeschlossen ist. Komplikationen treten bei der Mammographie nicht auf.
Mit der Mammographie kann der Arzt Veränderungen an der Brust wie Knoten, Hauteinziehungen, Verziehungen der Brustwarze, Sekretion aus der Brustwarze und vergrößerte axilläre Lymphknoten abklären. Man empfiehlt die Mammographie als Früherkennungsmaßnahme für Frauen ab 50 Jahren in zweijährigem Abstand. Wenn Sie in den Wechseljahren Hormone einnehmen, empfiehlt sich eine jährliche Mammographie. Wenn Risikofaktoren bestehen, ist die Mammographie bereits für Frauen ab 40 Jahren in jährlichem Abstand zur Früherkennung angeraten. Zu den Risikofaktoren gehören vor allem eine bereits durchgemachte Brustkrebserkrankung oder eine Brustkrebserkrankung der Mutter oder Schwester. Nach brusterhaltenden Operationen kann der Radiologe mit der Mammographie und noch genauer mit der MRT-Untersuchung der Brust ausschließen, dass der Brustkrebs wieder auftritt. In den ersten drei Jahren wird die erkrankte Brust dann halbjährlich, anschließend jährlich kontrolliert. In 2008 wird das Mammographie-Screening unabhängig vom radiologischen Institut in Praxisräumen des SRH Wald-Klinikums im Ärztehaus in Gera/Bieblach etabliert. Absolute Kontraindikationen gibt es bei der Mammographie nicht. Vor dem 30. Lebensjahr, insbesondere aber vor dem 20. Lebensjahr, sollte man eine Mammographie jedoch wegen der Strahlenbelastung nur bei dringendem Verdacht auf Brustkrebs durchführen. Alternativ ist jungen Frauen die Mammasonographie zu empfehlen. Wurde die Brust nach einer Brustamputation mit einem Implantat versorgt, sind die Bilder einer Mammographie nicht aussagekräftig und deshalb eine MRT-Diagnostik bzw. Sonographie durchzuführen. Bei einer Vergrößerungsplastik ist jedoch zum Ausschluss von Brustkrebs eine Mammographie erforderlich.
Bei zwei Aufnahmen beläuft sich die Strahlenbelastung bei einer durchschnittlichen Brust mit einer Kompressionsdicke von fünf Zentimetern und einem Brustgewebeanteil von 50 Prozent pro Brust auf eine Dosis von 0,5 mSV.
Die Mammographie ist eine der empfindlichsten Röntgentechniken. Sie erfordert ein höchstes Maß an technischer Qualitätssicherung. In der Bundesrepublik Deutschland sind die erforderlichen Qualitätskontrollen nach DIN (Abnahmeprüfung: 6868/52 und 6868/55, tägliche Qualitätskontrolle: 6868/2 und 6868/7) festgelegt. Darüber hinaus werden in regelmäßigen Zeitabständen die technischen und personellen Qualitätsanforderungen entsprechend den Leitlinien der Bundesärztekammer geprüft.