Wald-Klinikum GeraWald-Klinikum Gera

Gut gerüstet in den Urlaub

Chfapothekerin Manuela Pertsch

(Gera, 16.06.2010) Sommer, Sonne, Ferien – die schönsten Tage des Jahres rücken näher. Wer träumt nicht schon jetzt von seinem Urlaub? Ob Badeurlaub an der Ostsee, Paddeln auf dem Amazonas oder Wandern in den Alpen - um gesundheitliche Probleme während oder kurz nach der Reise zu vermeiden, sollte man sich vorher um eine gut ausgestattete Reiseapotheke kümmern und einige medizinische Details be-rücksichtigen, erläutert Apothekerin Dr. Manuela Pertsch, Leiterin der Krankenhausapotheke des SRH Wald-Klinikums Gera. Den Inhalt der Reiseapotheke bestimmen unter anderem das Reiseziel, die Dauer der Reise sowie das Alter und die Anzahl der Reisenden und gegebenenfalls deren Vorerkran-kungen. Einige Medikamente sollten fester Bestandteil der Reiseapotheke sein.
Hierzu zählen Mittel gegen Durchfall und Magenbeschwerden, Fieber, Schmerzen und Erkältungen sowie zur Behandlung kleiner Wunden. Auf das Auftreten von Reisedurchfall sollte man immer vor-bereitet sein. Viele Reisenden nehmen vorbeugend Tabletten oder Kapseln ein, die Milchsäurebakte-rien enthalten. Diese Mittel, die ohne Rezept erhältlich sind, geben dem Magen Ruhe bei Durchfall und Verstopfung. Mit der Einnahme sollten Sie vor dem Reiseantritt beginnen und nicht vor der Rückkehr aufhören. Erleiden Sie trotz aller Vorbeugung Durchfall oder Erbrechen, hier zwei Tipps: sorgen Sie für ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Das ist besonders dann wichtig, wenn Kinder krank werden. Ein Elektrolytpulver zum Auflösen ist besonders effektiv, ersatzweise 1 Teelöffel Salz und 10 Teelöffel Zucker auf 1 Liter Wasser. Zusätzlich können gegen Durchfall Tabletten mit dem Wirkstoff Loperamid eingenommen werden. Dieser Wirkstoff verlangsamt die Darmperistaltik und stellt damit den Darm sehr schnell ruhig. Folgt nach zwei Tagen keine Besserung oder tritt zusätzlich Fieber auf, sollte das Medikament abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden.
Grippale Infekte sind häufige Urlaubsbegleiter. Daher sollten Sie unbedingt ein klassisches Schmerz-und Fiebermittel wie Paracetamol, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure mitnehmen. Diese Medikamente sind rezeptfrei als Tabletten, Brausetabletten oder Säfte erhältlich und helfen bei Fieber, Kopf-, Mus-kel-, Zahn- und Gelenkschmerzen.
Zur Grundausstattung der Reiseapotheke gehört auch ein Erste-Hilfe-Set mit Pflaster, Verbandsmate-rial, Wunddesinfektionsmittel und einem kühlenden Gel zur Behandlung von Verstauchungen oder Zerrungen.
Wenn sie an einer chronischen Krankheit leiden, müssen Sie die von Ihrem Arzt verordneten Dauer-medikamente in ausreichender Menge mitnehmen. Diese gehören auf Flugreisen unbedingt ins Handgepäck, rät Dr. Pertsch. Einerseits kann das aufgegebene Reisegepäck verloren gehen und zum anderen können Temperatur und Luftdruck im Gepäckraum von Flugzeugen die Stabilität von Arz-neimitteln, wie z. B. Insulinen oder Asthmasprays, gefährden. Bei der Einnahme von Dauermedika-menten während der Reise muss auf eine eventuelle Zeitverschiebung geachtet werden. Gestaltet sich die Umstellung der Einnahmezeiten schwierig, kann man sich mit einer Uhr behelfen, bei der man die heimatliche Zeit eingestellt lässt.
Auch die bevorzugten Urlaubsaktivitäten sollten bei der Gesundheitsvorsorge berücksichtigt werden, empfiehlt die Apothekerin. Wer sich am Strand in der Sonne aufhält, muss besonders darauf achten, Körper und Kopfbereich vor UV-Strahlung und Sonnenbrand zu schützen. Sinnvoll sind Sonnenhut oder Kopftuch, Sonnenbrille und ein Sonnenschutzmittel mit einem dem Hauttyp entsprechenden Lichtschutzfaktor. In die Reiseapotheke gehört außerdem ein Präparat zur Behandlung von Sonnen-brand. Das ist nicht nur am Strand, sondern auch beim Wandern in Höhenlagen sinnvoll, denn hier ist die UV-Strahlung besonders intensiv.
Gegen viele Infektionserkrankungen, die in fernen Ländern auftreten, gibt es Schutzimpfungen bzw. Chemoprophylaxe. Man sollte sich möglichst schon acht Wochen vor Reiseantritt über die nötigen und empfehlenswerten Maßnahmen informieren. Die Ärzte der Gelbfieberimpfstelle im SRH Wald-Klinikum bieten dafür eine ausführliche und auf das Reiseziel abgestimmte Impfberatung an. Beson-ders vor Antritt einer Fernreise ist ein Blick in den Impfausweis anzuraten. Zusätzlich zum allgemei-nen Impfschutz (Tetanus, Keuchhusten, Polio, Diphtherie) sind je nach Reiseziel noch weitere Imp-fungen sinnvoll oder sogar vorgeschrieben, beispielsweise gegen Hepatitis A, Typhus oder Gelbfie-ber. Geht die Reise in ein Malariarisikogebiet, ist Mückenschutz unerlässlich. Neben heller und langer Kleidung und gegebenenfalls einem Moskitonetz sind Insektenschutzmittel eine wichtige Ergänzung der Reiseapotheke. Ob Medikamente zur Malariaprophylaxe eingenommen werden müssen oder die Mitnahme eines Notfallmedikamentes ausreicht, ist vom individuellen Reiseziel abhängig.
Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach einer individuell für Sie zusammengestellten Reiseapotheke.


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