Adipositas-Experten tagen in Gera

27.11.2019

Schlauchmagenoperation und Magenbypass häufigste OP-Methoden


Wie gut sind die Ergebnisse der Adipositaschirurgie in Deutschland? Wie geht es den Patienten auf lange Sicht? Verlieren sie nicht nur an Gewicht, sondern bessern sich auch die Begleiterkrankungen? Und welche OP-Methoden setzen sich aktuell durch?

Diese Fragen stehen im Mittelpunkt eines Fachtreffens am 4. und 5. Dezember in Gera. Die Klinik für Adipositas und Metabolische Chirurgie am SRH Wald-Klinikum Gera hat in Zusammenarbeit mit der SRH Hochschule für Gesundheit Gera und dem Institut für Qualitätssicherung in der operativen Medizin Experten aus ganz Deutschland eingeladen, jüngste Daten zur operativen Therapie der Adipositas auszuwerten. Dank einer bundesweiten Qualitätssicherungsstudie steht dafür eine Datenbank mit über 71 000 registrierten operativen und endoskopischen Eingriffen zur Verfügung. Über 100  Teilnehmer werden in Gera erwartet.

„Übergewicht und Adipositas in der Bevölkerung stellen eine weltweite Herausforderung dar“, erklärt Organisatorin Prof. Dr. Christine Stroh, Chefärztin der Klinik für Adipositas und Metabolische Chirurgie in Gera.  Im Vergleich mit internationalen Daten seien die Patienten in Deutschland unverändert deutlich schwerer, älter und stärker von Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankung, Bluthochdruck, Stoffwechselstörungen und allen voran Diabetes mellitus betroffen.

Ein Blick auf die Therapiemöglichkeiten zeigt: Die Schlauchmagenoperation und der Magenbypass sind die am häufigsten durchgeführten adipositaschirurgischen Eingriffe in Deutschland. Verfahren, bei denen durch die Verkürzung des Dünndarmes die Aufnahme der Nahrung reduziert wird, spielen derzeit nur eine untergeordnete Rolle. Die Daten zeigen aber auch: „Alle Methoden sind als sicher anzusehen“, so Prof. Stroh. Für die häufigsten Verfahren Schlauchmagenoperation und Magenbypass finden sich übrigens  keine Unterschiede in der Rückbildung der Begleiterkrankungen und bei der Gewichtsreduktion nach fünf Jahren. „Mit der Datenerhebung und -analyse machen wir es uns zur Aufgabe, die Qualität unserer täglichen Arbeit zu verbessern“, betont Prof. Stroh. Die Ergebnisse der Tagung werden national als auch international publiziert.