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Derzeit kein Anlass zur Sorge in Gera

29.01.2020

Dr. Sven Rostig beantwortet Fragen zum Coronavirus.


Dr. Sven Rostig.

Was ist, in einfachen Worten erklärt, das Coronavirus? Welche Symptome zeigen Patienten, die infiziert sind?

Aktuell ist in China in der 11 Millionen Metropole Wuhan und der Provinz Hubei zu der Wuhan gehört ein neuartiges Coronavirus (2019-nCoV) ausgebrochen.
Coronaviren wurden erstmals Mitte der 60er Jahre identifiziert. Sie können sowohl Menschen als auch verschiedene Tiere infizieren, darunter Vögel und Säugetiere.
Coronaviren verursachen in Menschen verschiedene Krankheiten, von gewöhnlichen Erkältungen bis hin zu gefährlichen oder sogar potenziell tödlich verlaufende
Krankheiten wie das Middle East Respiratory Syndrome (MERS) oder das Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS).
Das neuartige Coronavirus verursacht Lungenentzündungen, die auch tödlich verlaufen können. Die Inkubationszeit, also die Zeit nach der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung beträgt bis zu 14 Tagen.
Über die Quelle des Ausbruchs auf einen der Märkte in Wuhan gibt es nur Vermutungen, ob es von einem Tier z.B. Schlangen oder Fledermäusen stammt ist noch unklar.

Wie hoch ist derzeit ein Infektionsrisiko in Gera. Müssen sich die Menschen in der Stadt Sorgen machen?

Solange nur Einzelfälle in Europa und Deutschland auftreten besteht kein Anlass zur Sorge und das Infektionsrisiko bleibt gering. Das neurartige Virus ist zwar von Mensch zu Mensch übertragbar scheint aber wie auch das MERS und SARS Coronavirus weniger ansteckend zu sein als die Virusgrippe.

Ist das Klinikum auf einen möglichen Coronavirus-Fall vorbereitet? Was passiert, wenn sich in Gera tatsächlich jemand infizieren würde?

Entsprechende Isolationsbereiche sind im SRH Waldklinikum Gera vorhanden. Bei Verdacht auf eine Erkrankung müssen alle Massnahmen zur weiteren Ausbreitung der Tröpfcheninfektion, wie vom Robert-Kock Institut in Berlin empfohlen, ergriffen werden. Das beinhaltet das Tragen von Atemschutzmasken durch das Personal und den Patienten, zudem sind Schutzkleidung und Schutzbrillen durch das Personal zu tragen und der Patient ist in einem Einzelzimmer unterzubringen. Das Personal ist in den entsprechenden Isolationsbereichen in Bezug auf die erforderlichen Hygienemassnahmen gut geschult. Umgehend sollten Sekrete aus den oberen und tiefen Atemwegen gewonnen werden und in ein entsprechendes Labor zum Nachweis von 2019-nCoV versandt werden.
Bei Verdacht auf eine Erkrankung muss eine unverzügliche Meldung an das Gesundheitsamt erfolgen, auch hat das Labor bei einem positiven Nachweis der Coronaviren eine Meldepflicht laut Infektionsschutzgesetz. Der Infektionsverdacht besteht bei Patienten mit akuten Atemwegssymptomen die Kontakt zu bereits Erkrankten mit 2019-nCoV hatten und bei Patienten mit entsprechenden Symptomen die aus Risikogebieten in China kommen.

Ist aus Ihrer Sicht momentan von China-Reisen abzuraten?

Ja. Das Auswärtige Amt warnt derzeit vor Reisen insbesondere in die Provinz Hubei. Da aber auch in anderen Gebieten Chinas bereits über 1800 Fälle gemeldet wurden, ist derzeit von Reisen nach China abzuraten.