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Filme schauen in der Röhre

30.01.2020

Das SRH Wald-Klinikum hat zwei hochmoderne MRT angeschafft: die Schnittbilder sind noch präziser, die Scans laufen schneller und ängstliche Patienten können sich bestens ablenken


„Wir sind technisch auf dem neuesten Stand, und das für die kommenden Jahre.“ Dr. Stephan Dölz, leitender Oberarzt des Instituts für Radiologie, schaut zufrieden auf die neue Technik, die in den vergangenen Wochen Einzug gehalten hat: Zwei Magnetresonanztomographen (MRT) der neuesten Generation wurden mit beträchtlichem Aufwand in den Räumen des Diagnostikzentrums installiert. Klinikpatienten werden seit Mitte Januar mit den neuen MRTs untersucht.

Bislang verfügte das Klinikum über nur ein MRT. Nach umfangreichen Umbauarbeiten stehen an dessen Stelle jetzt zwei neue Untersuchungsgeräte mit einer Magnetfeldstärke von 1,5 und  3 Tesla. Die Magnetfeldstärke ist entscheidend für die Qualität der erzeugten Schnittbilder. Clevere Software korrigiert zudem typische Bildstörungen. So werden während der Scans die Bewegung und die Atmung des Patienten mit Kameras überwacht und bei der Bild-Berechnung bereinigt. „Mit den High-Tech-Geräten haben wir unsere Kapazität erhöht und können wir jetzt nahezu alle klinischen Fragestellungen beantworten“, sagt Dr. Dölz.

Die Radiologie erhebt Befunde für alle Fachabteilungen des Hauses. Neurochirurgen, Neurologen, Unfallchirurgen und Orthopäden profitieren besonders von der hochauflösenden Darstellung feiner Strukturen im Gehirn, an der Wirbelsäule und in den Gelenken. Eine große Rolle spielen die Schichtbilder der Magnetresonanztomographie zudem bei der Tumordiagnostik. Ärzte gehen mit dem MRT einem Krebsverdacht nach und spüren eventuelle Tochtergeschwülste auf. Darauf hat sich das Krankenhaus als eines von drei Onkologischen Zentren in Thüringen spezialisiert. All das sprach für die Investition im Wert von 3,5 Millionen Euro.

Dass die Systeme zukunftsoffen gestaltet sind, mit neuen Entwicklungen aufgerüstet werden können, war Medizintechniker Tony Luderer besonders wichtig. Gerade mit wachsender Rechenleistung und dem Einzug künstlicher Intelligenz werde es in der Radiologie viele Fortschritte geben, „dafür sind wir vorbereitet“.

Doch die Geräte sind nicht nur präziser, sondern auch patientenfreundlicher. Denn in die dunkle Röhre geschoben zu werden, löst bei nicht Wenigen Beklemmungen aus. Die neuen Geräte unterscheiden sich hier deutlich vom Vorgängermodell. Die Röhre, die so genannte Gantry, wirkt nicht nur heller und kürzer, sie ist mit 70 Zentimetern Durchmesser auch spürbar größer. Das Besondere beim 3-Tesla-Gerät ist ein zusätzliches Entertainment-System: Patienten können Filme und Musik auswählen, welche dann während der Untersuchung auf Flachbildschirmen abgespielt werden. „Gerade für Kinder ist das eine schöne Ablenkung“, sagt Dr. Dölz.

 Neu ist auch, dass der Patient über eine graphische Darstellung den Ablauf der Untersuchung mit verfolgen kann. So weiß er genau, wie viele Sequenzen noch gescannt werden müssen und wie lange die Untersuchung noch dauern wird. Währenddessen ist eine ständige Kommunikation mit dem Untersuchungsteam möglich. Ein weiterer Vorteil ist die verkürzte Liegezeit, die durch eine neue und innovative Bildauswertungstechnik ermöglicht wird. „Die Aufnahmen brauchen weniger Zeit und sind trotzdem von bester Qualität“, erklärt Medizintechniker Tony Luderer. Nur, ohne die typischen Klopfgeräusche kommt auch ein modernes MRT nicht aus, aber auch diese lassen sich auf Wunsch durch spezielle Sequenzen reduzieren.