Hauterkrankungen bei Kindern sind anders zu behandeln

08.11.2018

Neue Studie soll kleinen Neurodermitis-Patienten helfen


Viele Hauterkrankungen treten bereits im Kindesalter auf. Die Neurodermitis (atopische Dermatitis) kann sogar bereits wenige Wochen nach der Geburt beginnen und sich durch intensiven Milchschorf ankündigen. „Später kommen oft weitere Erkrankungen wie der Heuschnupfen, das allergische Asthma, seltener auch eine Nesselsucht hinzu“, erklärt Dr. Martin Kaatz, Chefarzt der Hautklinik am SRH Wald-Klinikum Gera.  Viele Faktoren, von der Kleidung angefangen über die Ernährung bis zum Freizeitverhalten könnten die Neurodermitis beeinflussen, so der renommierte Hautarzt weiter, auch Stressfaktoren könnten zu Schüben des Ekzems führen. Bei der zweithäufigsten Hauterkrankung, der Psoriasis vulgaris oder Schuppenflechte, sei ebenfalls ein Beginn im Kindesalter möglich, wobei sich erste Zeichen oft nach einer Erkältung oder Angina zeigten.

„Die Behandlung von Kindern mit Hauterkrankungen weicht deutlich von der im Erwachsenenalter ab, da die kindliche Haut auf Wirkstoffe anders reagiert und zahlreiche Medikamente unter dem 18. Lebensjahr nicht überprüft worden sind“, betont Dr. Martin Kaatz. Teilweise wirkten manche Arzneistoffe nur kurz nach der Geburt, wie der Betablocker Propranolol bei ausgedehnten Blutschwämmchen.

Für die entzündlichen Hauterkrankungen sei eine gute Basispflege, bei der man ganz individuell, die Bedürfnisse des jeweiligen Hauttyps berücksichtigen muss, von entscheidender Bedeutung für einen guten Hautbefund. Diese werde ergänzt durch schwach dosierte Wirkstoffe im Schub der Erkrankung. Daneben wurden für die sehr schweren Verlaufsformen neue Behandlungsmethoden auf der Basis von Antikörpern oder zielgerichteten Therapien entwickelt, die für Erwachsene bereits sehr erfolgreich eingesetzt werden.

Bei Kindern werden diese Substanzen gerade in Studien überprüft, an denen auch das Studienzentrum des SRH Wald-Klinikums teilnimmt, um auch den kleinen Patienten mit einer starken Entzündung und oft quälendem Juckreiz zu helfen. „Gleichzeitig“, so Dr. Kaatz, „wurden insbesondere für Kinder mit Neurodermitis und ihre Eltern Schulungskonzepte entwickelt, die den Umgang mit der Erkrankung erleichtern aber auch das Selbstbewusstsein stärken“.

Mehr Informationen über das Zentrum für Klinische Studium am SRH Wald-Klinikum Gera, Telefon (0365) 828-7758