Klettern im Innenhof, Sport auf der Dachterrasse

05.11.2018

Spatenstich für neues ambulantes SRH Reha-Zentrum – künftig mehr Kapazität und breiteres Therapie-Angebot


Der Entwurf von Adobe Architekten + Ingenieure.

 Nach einem Oberschenkelhalsbruch, einem Kreuzbandriss oder einer Wirbelsäulenoperation ist sie häufig unerlässlich – die medizinische Rehabilitation. Sie hilft vielen Patienten nach dem Krankenhausaufenthalt wieder in den Alltag und die Berufswelt zurückzukehren. Den nahtlosen Übergang vom Klinikbett zum Reha-Platz bietet das SRH Wald-Klinikum Gera künftig mit einem ambulanten Reha-Zentrum auf dem Klinikgelände an. Hier wird die Tochtergesellschaft Gesundheitstreff Impuls einziehen und ihr Reha-Angebot deutlich erweitern. Die bisher genutzte Immobilie in der Geraer Dr.-Friedrich-Wolf-Straße ist für diese Pläne zu klein.
 
10,5 Millionen Euro investiert das gemeinnützige Unternehmen in den Neubau, der nach den Plänen des Erfurter Büros ADOBE Architekten+Ingenieure entsteht. Der Entwurf wirkt hell und leicht; Holzlamellen und große Verglasungen greifen die Nähe zum Stadtwald auf. „Futuristisch, der Umgebung angepasst und sehr durchdacht“, beschreibt Klaus-Jürgen Stöckel, Geschäftsführer des SRH Reha-Zentrums, den Bau, der im Frühjahr 2020 stehen soll. Großzügige Kurs- und Ruheräume, ein 5,5 mal 9,5 Meter großes Therapiebecken, ein Innenhof mit eigener Kletterwand oder eine Dachterrasse für die Bewegungsangebote gehören zu den Besonderheiten der Anlage. „Das ist nicht einfach ein Ersatzbau, das ist eine Investition in die Zukunft“, sagt Klaus-Jürgen Stöckel.
 
Das ambulante Reha-Zentrum ist die wohnortnahe Alternative zur Reha-Klinik. Im Schnitt dauert die Behandlung 15 Tage. Den Patienten erwartet jeden Tag ein spezielles Therapieprogramm von 4 bis 6 Stunden. „Das ist effizient, aber auch anstrengend“, sagt die Ärztliche Leiterin Dr. Dörthe Meierhof. Deswegen sind bei der Entscheidung zwischen ambulanter und stationärer Rehabilitation die Mobilität und die Selbstständigkeit entscheidend - und nicht das Alter. Über 80-Jährige gehören ebenso zu den Patienten wie junge Leute. Im Übrigen steht den Patienten ein Fahrdienst zur Verfügung und für das leibliche Wohl während dieser Zeit ist gesorgt.

„Mit dem Neubau wird sich das ambulante Therapie-Angebot in Gera deutlich verbessern. Nicht nur die Zahl der Plätze steigt von 40 auf 100, sondern auch die Breite der zu behandelnden Krankheitsbilder. Wir wollen an unseren SRH-Standorten abgestimmte, komplette, qualitätsgesicherte Behandlungsangebote machen“, stellt Herr Werner Stalla, Geschäftsführer der SRH Kliniken GmbH, das Projekt vor. Bislang wurden nur Patienten nach orthopädischen Eingriffen bzw. mit muskuloskelettalen Erkrankungen versorgt. Künftig werden auch Patienten mit psychsomatischen und neurologischen Erkrankungen wie Parkinson, Multiple Sklerose oder Schlaganfall betreut. Dafür sehen auch die Krankenkassen und die Rentenversicherung Bedarf in der Region. „Für die komplexe Therapie kombinieren wir verschiedenste Elemente aus Physiotherapie, Ergotherapie, Sporttherapie und Psychotherapie“, erklärt Dr. Meierhof. Patientenschulungen und –seminare sowie die Beratung durch Sozialarbeiter ergänzen die individuelle Therapie.
Eine eigene Fläche ist der medizinisch-beruflich orientierten Reha vorbehalten, wo konkrete Arbeitsabläufe getestet werden: Kann der Elektriker nach der Schulter-OP noch Über-Kopf-Arbeiten? Kann der Personaler nach der Rücken-OP zurück zum PC-Arbeitsplatz? Kann der Fliesenleger wieder über längere Zeit knien? Das sind entscheidende Fragen für die berufliche Zukunft des Erkrankten.
 
Die Idee eines Reha-Zentrums ist im Übrigen nicht neu am Klinikum. Der erste Plan, in den Golde-Bau in der Geraer Wiesestraße zu ziehen, scheiterte mit der Insolvenz des dortigen Großmarktes und den damit verbundenen Eigentümerwechseln. Inzwischen hat das Klinikum seit 2013 eine Tochtergesellschaft an der Seite, die seit über 15 Jahren im Bereich der ambulanten Reha tätig ist. Deren Stammsitz in der Friedrich-Wolf-Straße entspricht nicht mehr den Strukturanforderungen der medizinischen Rehabilitation, wird aber weiterhin Reha-Sport und medizinische Fitness anbieten können. „Unser erfahrenes Team ist bestens vorbereitet, am neuen Standort zu starten“, sagt Klaus-Jürgen Stöckel. Dass das Reha-Zentrum in Sichtweite zum Krankenhaus ein Erfolg wird, davon ist Dr. Dörthe Meierhof überzeugt. Vor allem die enge Verknüpfung von klinischer Kompetenz und Reha sei ein großer Vorteil. „Den Patienten können wir schon vom Krankenbett aus mit Blick auf das Reha-Zentrum die Abläufe der nächsten Wochen erläutern.“