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Klinikum verschiebt Operationen

19.03.2020

Notfälle und medizinisch dringliche Fälle werden weiter behandelt. Sorgfältige Abschirmung nach innen und außen. Vorbereitung auf Corona-Patienten.


Das SRH Wald-Klinikum Gera kommt der Forderung der Bundesregierung nach und setzt mit Beginn der kommenden Woche alle verschiebbaren ambulanten und stationären Operationen aus. Patienten, die von den Änderungen betroffen sind, werden von den jeweiligen Kliniken benachrichtigt.

Weiterhin behandelt werden alle Notfälle sowie medizinisch dringliche Fälle, deren Verschiebung um mehrere Wochen ein deutliches Gesundheitsrisiko für den Patienten darstellen würde. Dazu gehören vor allem Tumorpatienten. Diese Patienten werden bei der Aufnahme einem Corona-Screening unterzogen. Innerhalb des Klinikums wird eine strikte räumliche und personelle Trennlinie zwischen weiter laufenden Normalstationen und  den Bereichen gezogen, in denen künftig Corona-Patienten versorgt werden sollen. Bereits am Mittwoch haben dafür Umzüge im Haus begonnen.

In der Praxis bedeuten die Maßnahmen einen drastischen Einschnitt in den Klinikbetrieb; etwa jede zweite Operation wird abgesagt. Bereiche, in denen es medizinisch vertretbar ist, wie die psychiatrische Tagesklinik, haben ihren Betrieb eingestellt. Mitarbeiter arbeiten so weit wie möglich im Homeoffice. „Unsere Strategie ist die Minimierung des Infektionsrisikos für Mitarbeiter und Patienten durch minimale Mitarbeiterzahl mit minimaler Kontakthäufigkeit“, erklärt Geschäftsführer Dr. Uwe Leder. Ziel ist, so die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Um Kontakte einzuschränken, wird das Haus in autonome Bereiche unterteilt, in denen nur ein fester Mitarbeiterstamm ein- und ausgeht. Dazu gehören Schwestern und Ärzte, aber auch fest zugeordnete Therapeuten, Sozialarbeiter und Mitarbeiter des Caterings, die die Essenswünsche abfragen.

Sorgfältige Abschirmung nach innen und außen ist die Devise: Bereits seit Mittwoch gilt im Klinikum ein strenges Besuchsverbot. Termine in den Ambulanzen, die sich im Klinikgebäude befinden, werden weitgehend abgesagt oder ausgelagert. Der Frisör hat ebenso geschlossen wie die Cafeteria für Patienten. Die Grünen Damen haben ihren Dienst eingestellt. Die Klinikseelsorge hilft per Telefon.

Zeitgleich stellt sich das Klinikum auf die Versorgung schwer erkrankter Corona-Patienten ein und bereitet sich auf eine Situation vor, die so noch niemand erlebt hat. Eines der Bettenhäuser wird seit Mittwoch für zu erwartende Infektionspatienten stufenweise leer geräumt. So wird Platz geschaffen für eine Isolierstation mit 68 Betten. Kommende Woche kommt eine weitere Station mit 68 Betten für Verdachtsfälle hinzu. Die Intensiv-Kapazitäten für Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen durch Covid-19 werden ausgebaut  Das Krankenhaus stockt dafür die Intensiv- und Beatmungskapazitäten auf und schafft  40 zusätzliche Beatmungsmaschinen an. Pflegemitarbeiter, die durch das verringerte OP-Pensum frei werden, werden derzeit in der Intensivpflege geschult, Ärzte trainieren für den Noteinsatz in der Intensiv- und Beatmungsmedizin.