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Orthopädie in der höchsten Liga

23.10.2017

Über das EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung am SRH Wald-Klinikum Gera sprachen wir mit Chefarzt Dr. Rando K. Winter


Chefarzt Dr. Rando K. Winter (2.v.r.) leitet des EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung am SRH Wald-Klinikum Gera.

Herzlichen Glückwunsch Herr Chefarzt Dr. Winter, Ihre Klinik spielt jetzt in der höchsten Liga. Die Orthopädie am SRH Wald-Klinikum Gera wurde als EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung zertifiziert. Davon gibt es in ganz Thüringen nur wenige Einrichtungen. Welche Anforderungen müssen Sie und Ihr Team dafür erfüllen?
 
Wir müssen hierfür einen ganzen Katalog von Voraussetzungen rund um die Versorgung mit künstlichen Gelenken nachweisen. Zum einen beinhaltet dies, dass in unserer Einrichtung die große Anzahl endoprothetischer Eingriffe durch besonders erfahrene Spezialisten durchgeführt wird. Mein Team absolviert jährlich über 700 derartiger Operationen. Wir beherrschen sämtliche Verfahren der Endoprothetik - von der Erstimplantation künstlicher Gelenke bis hin zu den äußerst komplexen operativen Vorgehensweisen. Letztere werden erforderlich, wenn eine Lockerung, eine Infektion oder ein Knochenbruch bei bereits einliegendem Kunstgelenk auftritt. Zum anderen wird für den gesamten Krankenhausaufenthalt eines jeden Patienten ein sehr strukturierter Ablaufplan mit einer hohen fachlichen Expertise aller an der Behandlung beteiligten Personen verlangt. Dies beinhaltet u.a. den Erstkontakt mit dem behandelnden Arzt in der Sprechstunde, die stationäre Aufnahme, die Operation bis hin zur Entlassung in die Rehaklinik. Alle unsere Ergebnisse der letzten Jahre wurden über mehrere Tage von einer unabhängigen Fachkommission überprüft. Die Experten bescheinigten unserer Orthopädischen Klinik und der dazugehörigen Ambulanz „ein ausgesprochen hohes fachliches Niveau und ein äußerst breites Behandlungsspektrum“.
 
Was nutzt das dem Patienten?
 
Das Qualitätssiegel soll für den Patienten eine Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten Krankenhaus darstellen. Dabei beinhaltet der Status eines EndoProthetikZentrums der Maximalversorgung insbesondere die Aussage, dass hier das komplette Spektrum der Kunstgelenke – vom knochensparenden Teilgelenksersatz bis zu den schwierigsten Wechseloperationen – durch sehr routinierte orthopädische Chirurgen abgedeckt wird. Die Einrichtungen müssen sehr korrekte Implantationen und eine ganz geringe Komplikationsrate nachweisen. Letztendlich gibt es dem Betroffenen die Sicherheit, dass er sich in die Hände eines besonders erfahrenen Teams begibt und daher mit einem bestmöglichen Behandlungsergebnis rechnen kann.     
 
Viele ältere Patienten klagen häufiger über Gelenkschmerzen – wann reicht eine Schmerztablette und ab wann sollten sie den Rat des Orthopäden suchen?
 
Die Ursache für Gelenkschmerzen sind vielfältig und bedürfen daher oft auch unterschiedlichster Behandlungsansätze. Prinzipiell sollten die Betroffenen bei mehrere Tage andauernden Beschwerden, die sich unter Schonung und den gängigen Hausmitteln nicht zufriedenstellend bessern, einen fachärztlichen Rat einholen. Gerade Schmerztabletten können bei regelmäßiger Anwendung unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen und dürfen ohne Ursachenforschung nicht leichtfertig eingenommen werden. Neben dem Hausarzt ist zweifellos hierfür der Orthopäde der richtige Ansprechpartner. Die Diagnostik hält eine ganze Reihe von hilfreichen Verfahren bereit. Erst dann sollten gezielte Behandlungsmethoden – wie beispielsweise Physiotherapie, Medikamente, orthopädische Hilfsmittel angewandt werden. Darüber hinaus bieten sich natürlich auch in einigen Fällen alternative Verfahren wie Akupunktur als geeignete Optionen an.   
 
Wann rät der Orthopäde überhaupt zu einer Operation?
 
Eine Operation ist dann erforderlich, wenn alle wirksamen nichtoperativen (konservativen) Maßnahmen keine adäquate Beschwerdelinderung mehr erzielen konnten und die Lebensqualität des Betroffenen erheblich eingeschränkt ist. Dies gilt insbesondere für den künstlichen Gelenkersatz. Auch wenn die modernen Implantate inzwischen eine sehr gute Funktionalität und eine durchschnittliche Haltbarkeit von mehr als 25 Jahren aufweisen, so stellt der operative Eingriff per se immer ein Risiko dar.
Operative Eingriffe sind in Erwägung zu ziehen, wenn hierdurch eine vorzeitige Abnutzung des Gelenkes verhindert werden kann. Dies gilt für die Rekonstruktion von Kapsel-, Band- und Meniskusrissen, die Korrektur von groben Bein-Achsen-Fehlstellungen oder Knochenbrüchen mit Gelenkbeteiligung. In diesen Fällen ist oft nur ein begrenztes zeitliches Fenster für die Anwendung einer adäquaten Operationsmethode vorgegeben.
Es ist mir enorm wichtig darauf hinzuweisen, dass alle Operation für jeden Patienten der ganz individuellen Abwägung - und vor allem des vertrauensvollen Gespräches hierzu bedürfen.