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Tagesklinik in Eisenberg eröffnet

11.04.2019

Großzügig, hell und mit viel Raum für Patienten und Mitarbeiter – so präsentiert sich unsere neue Tagesklinik in der Eisenberger Carl-von-Ossietzky-Straße.


Blick in den für die Bewegungstherapie vorgesehenen Raum.

In der ehemaligen Fabrikationshalle, in der zu DDR-Zeiten Industrie-Kristalle gezüchtet wurden, sind auf 650 Quadratmetern lichte Räume für Gruppen- und Einzelgespräche, für Sport- und Ergotherapie sowie eine gemeinsame Küche entstanden. Raumhohe Fenster ermöglichen den Blick nach draußen. Unmittelbar am Haus entsteht ein kleiner Patientengarten.

Die neue Tagesklinik  ist Bestandteil des Thüringer Landeskrankenhausplans und schließt im ländlichen Raum eine Versorgungslücke in der Behandlung psychischer Erkrankungen. Deren Zahl nimmt seit Jahren zu, bundesweit und auch in Thüringen. Das niederschwellige Angebot der Tagesklinik hilft in vielen Fällen, eine stationäre Aufnahme in der Klinik zu vermeiden und federt zugleich den Mangel an Facharztsitzen in der Region ab.

„In einer Tagesklinik können wir viele psychische Störungen behandeln“, sagt Chefarzt Dr. Thomas Jochum. Zu den häufigsten zählen Angst, depressive Störungen, Panikattacken. Die psychiatrische Tagesklinik ist ein Bindeglied zwischen einer stationären Behandlung im Krankenhaus und einer rein ambulanten Betreuung. Sie eignet sich für Patienten, für die das eine zu viel, das andere zu wenig wäre. Dank fester Strukturen lernen Betroffene wieder den Takt zu finden für das tägliche Leben und den Beruf. In der wohnortnahen Einrichtung kommen die Patienten morgens zur Therapie und gehen am Nachmittag wieder nach Hause. Ihren Abend und ihr Wochenende verbringen sie im gewohnten häuslichen Umfeld. So können sie Dinge, die sie in der Tagesklinik lernen, sofort erproben und umsetzen. Für Patienten bietet das auch den Vorteil, im Kontakt zur Familie zu bleiben, Verpflichtungen wie der Kinderbetreuung nachkommen zu können. Die Dauer der Behandlung ist sehr individuell und kann bis zu drei Monate dauern, erklärt die Oberärztin vor Ort, Dr. Silke Wetzel.

In der Tagesklinik kümmert sich ein 12-köpfiges Team aus Ärzten, Psychologen, Ergotherapeuten, Sozialarbeitern und Pflegekräften um anfangs 15, später nicht mehr als 25 Patienten. Weil regelmäßige Bewegung bei seelischen Problemen hilft, wird viel Wert auf körperliche Aktivität gelegt. Eisenberg biete beste Bedingungen, so Dr. Jochum. Neben Bewegung in der eigenen „Muckibude“ gebe es Angebote für  Spaziergänge und Nordic Walking im nahen Wald und dank einer Kooperation können die Eisenberger Bäder genutzt werden.

Ergänzend zur Tagesklinik ist ein Teil des Gebäudes der psychiatrischen Institutsambulanz (PIA) vorbehalten. Sie ist ein ambulantes Angebot für Patienten, die es in einem Hausarzt-Wartezimmer nicht aushalten würden. Die PIA übernimmt aber auch die Notfallversorgung außerhalb der Öffnungszeiten der Tagesklinik und ist Anlaufpunkt für die Nachversorgung der Patienten.
Dass die Klinik in einem Industriegebäude zu finden ist, ist eher ungewöhnlich für ein solches Angebot. Der Chefarzt sieht es pragmatisch. So konnten Eigentümer und Nutzer nicht nur von Anfang an die Gestaltung der 650 Quadratmeter gemeinsam planen. Weil die Einrichtung nur einer von mehreren Mietern ist, werden die Hilfesuchenden das Gefühl der Anonymität zu schätzen wissen.

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