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Vor 40 Jahren erste Herzschrittmacher-OP in Gera

18.11.2020

Heute ist der lebensrettende Eingriff am SRH Wald-Klinikum Routine


Herzschrittmacher wurden nicht nur kleiner, ihre Batterien haben heute auch eine deutlich längere Laufzeit.

Menschen mit zu langsamen Herzschlägen hatten in Gera vor 1980 schlechte Karten. Eine Unterbrechung der elektrischen Impulse im Herz, die zu so genannten Adams-Stokes-Anfällen mit Ohnmacht und Blaufärbung des Gesichtes wegen des Sauerstoffmangels führten, endete oft tödlich.

Vor 40 Jahren, im Januar 1980, wagte der Kardiologe Dr. Georg Bernhard gemeinsam mit Chirurgen des Geraer Klinikums erstmalig eine Herzschrittmacher-Operation. Das damalige Bezirkskrankenhaus gehörte zu einer der wenigen Einrichtungen in der DDR, die diese Operation durchführten. Der weltweit erste vollständig innerhalb des Körpers befindliche Herzschrittmacher wurde übrigens am 08. Oktober 1958 in Stockholm eingesetzt. Ein Prototyp, bei dem die elektronischen Bauelemente noch in einer Schuhcremedose mit Epoxidharz vergossen wurden. Trotzdem hat dieser erste Herzschrittmacherpatient sehr von dem Eingriff profitiert und starb erst rund 30 Jahre später. Die erste Herzschrittmacher Operation in der DDR wurde im Oktober 1963 in der Charité Berlin bei einer 54-jährigen Frau durchgeführt, in der BRD geschah dies im Oktober 1961 in Düsseldorf bei einem 19-jährigen Patienten.

Nach der ersten erfolgreichen Herzschrittmacher-Operation in Gera wurden in den folgenden Jahren rund 70 Geräte pro Jahr eingesetzt, sagt Kardiologe Prof. Marc-Alexander Ohlow, der in den Annalen blätterte. Im Jahre 1995 konnte bereits die 1000. Herzschrittmacher-Operation gefeiert werden. Durch das breitere Spektrum, in dem die heutigen modernen Geräte einsetzbar sind, ist die Zahl der jährlich eingesetzten Herzschrittmacher auf rund 300 gestiegen; seit 1980 sind es insgesamt mehr als 6500 Operationen. Die Eingriffe stellten für das erfahrene Team der Kardiologie heute Routineoperationen dar, die im optimalen Fall nach 30 Minuten beendet sein können, schildert Prof. Ohlow. Auch könnten die Geräte heutzutage im Mittel acht Jahre lang getragen werden, bevor die Batterie gewechselt werden muss. Neben der längeren Dauer, die solche Geräte ohne Austausch arbeiten können, haben technische Innovationen Einzug gehalten. Moderne Geräte, so erklärt der Kardiologe, passen sich der  körperlichen Aktivität des Patienten an, können in geeigneten Fällen ein geschwächtes Herz stärken und mittlerweile auch technisch aus der Ferne überwacht werden.