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Wasserstrahl statt Skalpell

15.05.2019

Als erstes Krankenhaus im Osten Deutschlands bietet das SRH Wald-Klinikum Gera eine neue Behandlungsmethode bei gutartiger Prostatavergrößerung an


Dr. Auge behandelt einen der ersten Patienten mit der neuen Wasserstrahl-Technik.

Wasserstrahl statt Skalpell: Mit einem neuen Verfahren können Urologen am SRH Wald-Klinikum Gera Patienten, die unter einer gutartigen Veränderung der Vorsteherdrüse (benigne Prostatahyperplasie, BPH) leiden, jetzt noch schonender behandeln. Während bei einem  klassischen Eingriff Gewebe mit einer elektrischen Schlinge abgehobelt wird, übernimmt nun ein Hochdruck-Wasserstrahl diese Arbeit. „Die neue Methode kommt ganz ohne Strom oder Hitze aus“, erklärt Oberarzt Dr. Andreas Auge, „für uns ist das revolutionär“.
Seit Anfang April werden Patienten im Geraer Klinikum mit dem Wasserstrahl-Verfahren Aqua-Beam behandelt. Während andere Methoden eine Stunde dauern, beträgt die reine Behandlungszeit mit dem Wasserstrahl weniger als fünf Minuten. Der Operateur markiert an einem Ultraschallbild den vergrößerten Teil der Prostata. Robotergesteuert wird anschließend das überschüssige, störende Gewebe  mit dem Wasserstrahl abgetragen, der hochpräzise aus einer Saphirdüse schießt. „Wir überwachen den Vorgang über den hochauflösenden Ultraschall und mit einer Minikamera über einen Monitor“, erklärt Dr. Auge. Studien bescheinigen dem Verfahren die gleichen guten OP-Ergebnisse wie der klassischen Methode. Für den Patienten bringt es Vorteile mit sich. „Durch den schonenderen Eingriff kommen unsere Patienten schneller wieder auf die Beine, das Verletzungs- und Nebenwirkungsrisiko ist geringer“, schildert der Urologe. Auch störende Reizerscheinungen wie Harndrang seien deutlich geringer. Nicht zuletzt verkürze sich der stationäre Aufenthalt um ein bis zwei Tage.
Die neue Behandlungsmethode wurde 2017/2018 erstmals in Fachkreisen vorgestellt. Dr. Auge kehrte begeistert von Hospitationen in der Klinik Hamburg-Harburg und einem OP-Workshop in Mailand zurück. Gera ist die erste Klinik, die den „Kärcher“ in den neuen Bundesländern anbietet. In der urologischen Klinik des SRH Wald-Klinikums werden jährlich etwa 300 Patienten mit einer gutartigen Prostatavergrößerung behandelt.
 
Nicht geeignet ist die Behandlung für Patienten mit einer Blutverdünnung oder mit Verdacht auf Prostatakarzinom.

Mehr Wissen: Die gutartige Vergrößerung der Prostata ist eine altersbedingte Erscheinung. 70 Prozent der Männer über 70 Jahre sind davon betroffen. Die vergrößerte Drüse drückt zumeist auf Blase, Harnröhre und Blasenmuskulatur, erschwert das Wasserlassen und führt im seltenen Extremfall zu einem Harnverhalt. Einige Betroffene leiden zudem an wiederkehrenden Harnwegsinfektionen.