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Nicht selektive Reinnervation

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Andreas Müller

Prof. Dr. med.
Andreas Müller
Chefarzt

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Gudrun Krause

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Nicht selektive Reinnervation

In Deutschland erleiden jährlich zirka 10.000 Menschen eine bleibende Stimmlippenlähmung. Nur selten sind beide Seiten betroffen. Einseitige Lähmungen können ohne erkennbaren Grund, aber auch als Folge einer Operation der Schilddrüse, der Halswirbelsäule oder nach Herzoperationen auftreten. Meist besteht eine deutliche Heiserkeit begleitet von leichten Schluckstörungen. Wenn sich die Lähmung nicht von allein zurückbildet, wird durch Stimmkräftigungsübungen oder wenn das nicht reicht durch Unterspritzung (Augmentation) oder operative Verlagerung der gelähmten Stimmlippe (Thyreoplastik) versucht die Stimmritze bei der Stimmbildung wieder zu schließen.

Wie bei anderen Nervenlähmungen bildet sich bei länger fehlender Nutzung die Muskulatur zurück und  die Stimmlippe verliert weiter an Spannung. Sowohl die Augmentation als auch die Thyreoplastik kann dies nicht verhindern. Deshalb lässt deren Effekt auch im Verlauf nach. Einem völlig anderen Therapieansatz stellt die Reinnervation, die Verpflanzung eines benachbarten Hals-Nervens in das gelähmte Stimmband dar. Unsere Klinik führt nach unserem Kenntnisstand als erste Klinik in Deutschland dieses operative Verfahren aus. In den USA, Japan, Frankreich und Großbritannien wird es schon länger mit hervorragenden Langzeitergebnissen durchgeführt. Der operative Eingriff bedingt ist vom Aufwand für den Patienten mit dem Standardeingriff der Thyreoplastik vergleichbar. Allerdings benötigt das Einwachsen des mikrochirurgisch verpflanzten Nervens 3-4 Monate, bis die dauerhafte Stimmverbesserung einsetzt. Deshalb kombinieren Prof. Müller und sein Team die Operation mit einer Augmentation der Stimmlippe mit Hyaluronsäure, die eine Sofortwirkung ermöglicht und sich von allein innerhalb eines Vierteljahres wieder abbaut. Wichtig ist die rechtzeitige Vorstellung Betroffener bei einem erfahrenen Kehlkopfspezialisten. In unserer Klinik wird zunächst eine gründliche Untersuchung des Kehlkopfs durch hoch auflösende bzw. 3D Endoskopie, eine Stimmfunktionsmessung und oft auch eine Kehlkopf-EMG Untersuchung zur Beurteilung des Muskelzustandes vorgenommen. Ein Expertenteam von drei auf diesem Gebiet besonders erfahren HNO-Ärzten und einem Phoniater sorgen für eine hohe Qualität dieser Spezialsprechstunde.

Ein operativer Eingriff wird nach ausführlicher Beratung nur dann empfohlen, wenn alle Möglichkeiten der logopädischen Therapie ausgeschöpft sind und die Untersuchungsergebnisse nicht mit einer zu erwartenden Erholung der Nervenfunktion vereinbar sind. 

Sehenswert zu diesem Thema: Wir geben Patienten ihre Stimme zurück