Zentrum für Schmerztherapie und Palliativmedizin

Chronisch kranke Patienten benötigen eine individuelle Schmerztherapie. Dazu gehört bei uns auch die Alternativmedizin.

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    Schmerzpumpen
    Schmerztherapie mit Schmerzpumpe

    Für fünf bis zehn Prozent der Schmerzpatienten kommt das Implantieren einer Schmerzpumpe zur intrathekalen Medikamentengabe in Frage. Die meisten leiden an Spastik und an tückischen Rücken- und Beinschmerzen, Osteoporose- oder Tumorschmerzen, für die es keine Heilung gibt. Unter die Bauchdecke gesetzt, injiziert die Pumpe Schmerzmittel wie Morphin oder ein Lokalanästhetikum direkt in das Nervenwasser, das das Rückenmark umgibt.

    Die Pumpe lässt sich in 24 Blocks programmieren, stündlich kann dem Patienten so eine individuell angepasste Dosis verabreicht werden. Die Pumpe wird über eine feine Nadel aller ein bis drei Monate wieder aufgefüllt. Durch die zielgenaue Medikation ist eine weitaus geringere Dosis notwendig als bei Einnahme in Tablettenform. So sind Schmerzmittel auch langfristig anzuwenden.

    Epidurale Rückenmarkstimulation
    Epidurale Rückenmarkstimulation

    Manchmal helfen herkömmliche Medikamente und Therapien nicht weiter. So gibt es Patienten, die nach ausbehandelter Angina pectoris weiter unter starken Schmerzen leiden. Als alternative Therapie setzen wir auf die epidurale Rückenmarkstimulation (Spinal Cord Stimulation, SCS). Ziel ist, die Schmerzleitung im Rückenmark zu beeinflussen. Dazu platziert der Arzt während einer minimalinvasiven Operation eine Elektrode in den Wirbelkanal über dem Rückenmark, die von einem Minigenerator mit Strom versorgt wird.

    Dadurch ist es möglich, elektrische Felder verschiedener Stärke zu erzeugen, die auf die Nervenzellen des Rückenmarks einwirken und deren Schmerzweiterleitung einschränken. Die Elektrode löst neurochemische Reaktionen aus. Die Schmerzsignale werden verändert, bevor sie das Gehirn erreichen.

    OTC-Präparate
    OTC-Präparate

    Die Eigenbehandlung mit verschreibungsfreien Arzneimitteln, so genannten OTC-Präparaten, ist besonders verbreitet bei Alltagsbeschwerden wie Kopfschmerzen, Durchfall oder Übelkeit. Selbstmedikation kann aber auch mit verschreibungspflichtigen Medikamenten erfolgen, sofern diese für den Patienten verfügbar sind, z.B. weil sie für eine frühere Erkrankung verordnet wurden. Große Bedeutung kommt der Beratung durch Apotheker bei Fragen der Selbstmedikation zu. Dabei zeigt sich oft, dass auch eine Beratung durch den Arzt nötig wäre, weil der Patient Gesundheitsbeschwerden falsch deutet. Wir sehen die Selbstmedikation kritisch. Die Therapie ernster Erkrankungen kann verzögert werden. Viele der OTC-Präparate, auch pflanzliche, können Wechselwirkungen mit einer ärztlich verordneten Dauermedikation haben.

    Akupunktur
    Dr. Kielstein demonstriert Akupunktur

    Akupunktur ist eine Reflextherapie. Durch eine Reizung der äußeren Körperschichten können weitreichende physiologische Reaktionen hervorgerufen werden. In die Haut gestochene, dünne Metallnadeln können die Reflexkreisläufe ebenso auslösen wie elektrischer Strom,  Laser oder Wärme. Die Akupunktur ist geeignet, Funktionsstörungen zu therapieren.
    Dies erfolgt über die Auslösung von Reflexvorgängen. Dabei wird das vegetative Nervensystem ebenfalls mit einbezogen. In der Schmerztherapie sind die Akupunktur und verwandte Verfahren zur Behandlung von akuten wie auch chronischen Schmerzen geeignet. Nachgewiesen ist eine sehr gute schmerzlindernde  Wirkung bei Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Nackenschmerzen und Arthroseschmerzen. Auch den Schmerz begleitende Reaktionen können sich im Laufe  einer Akupunkturbehandlung bessern. Dazu gehört z.B. die Verbesserung von Schlafstörungen. Die therapeutische Wirkung tritt oft erst nach wiederholter Reizeinwirkung ein. Zehn Therapiesitzungen sind die Regel.

    Biofeedback
    Patienten lernen, willkürliche Körperreaktion bewusst zu steuern.

    Biofeedback ist ein verhaltenstherapeutisches Therapieverfahren, das Oberarzt Sebastian Kielstein, Schmerztherapeut und ausgebildeter Biofeedback-Therapeut, Patienten mit Migräne und Spannungskopfschmerz anbietet. 80 Prozent der Migräne-Patienten erleiden nach der Therapie nur noch halb so viele Anfälle, zudem nimmt die Heftigkeit der Schmerzattacken deutlich ab.
    Und so funktioniert Biofeedback: Stress gilt als einer der häufigsten Auslöser für Kopfschmerzen. Genau diesen Stress kann man mit moderner Technik messen und - umgewandelt in optische oder akustische Signale - dem Patienten am Monitor vor Augen führen. Zu den typischen Reaktionen des Körpers gehört während des Migräne-Anfalls eine Weitung der Blutgefäße. In der Therapiesitzung wird trainiert, durch gedankliche Vorstellungen diese Gefäße zu verengen und somit einer Schmerzursache direkt entgegenzuwirken. „Wir trainieren mit den Patienten, Körperreaktionen, die normalerweise unbewusst und unwillkürlich ablaufen, gezielt mental zu steuern und zu verändern“, erklärt der Therapeut. Wichtig dabei ist: Es gibt keine relevanten Nebenwirkungen.

    So erreichen Sie uns!

    Michael Kretzschmar

    Priv.-Doz. Dr. med.
    Michael Kretzschmar
    Chefarzt

    Chefarztsekretariat
    Birgit Richter

    Telefon: 0365 828 2941
    Fax:       0365 828 2942
    E-Mail senden

    Diagnostik und Therapie

    • Akutschmerzbehandlung
    • Multimodales schmerztherapeutisches Therapieangebot
    • Psychologische Schmerztherapie
    • Behandlung bei Fehlgebrauch von Schmerzmitteln
    • Interventionelle Schmerztherapie (z.B. Nervenblockaden)
    • Operative Schmerztherapie (z.B. Implantation von Medikamentenpumpen, Implantation von Rückenmarksstimulationssystemen)
    • Akupunktur (Körper-, Elektro-, Laser-, Ohr und Yamamoto Neue Schädelakupunktur)
    • Akustikpointer (Therapie facilitierter Segmente der Halswirbelsäulen mit resonanten Schallfrequenzen)
    • Elektrotherapie (PuTENS, TENS)
    • Schröpfen
    • Biofeedback
    • Neuraltherapie
    • Entspannungstechniken