SRH Wald-Klinikum Gera
Waldklinikum Gera

Wenn Hilfe früh beginnt: ein Jahr Babylotsin in Gera

Im SRH Wald-Klinikum Gera ist das Babylotsen-Modell nach einem Jahr fest etabliert – und für viele Familien zu einem wichtigen Anker zwischen Geburt, Alltagssorgen und passgenauer Unterstützung geworden.

Wenn ein Kind geboren wird, beginnt für Familien eine Zeit voller Glück, aber oft auch voller Fragen, Unsicherheiten und Belastungen. Genau hier setzt die Babylotsin in Gera an: Seit einem Jahr begleitet Michaela Windmeisser Familien im SRH Wald-Klinikum Gera direkt auf der Geburtshilfe, erkennt psychosoziale Belastungen frühzeitig, hört zu, klärt Bedarfe und vermittelt passgenaue Hilfen. Die jetzt vorliegende Evaluation für den Zeitraum von März 2025 bis Februar 2026 zeigt: Das Angebot ist nicht nur im Klinikalltag angekommen – es wird gebraucht, angenommen und wirkt. 

Mit über 500 Eltern ist die Babylotsin in einem Jahr ins Gespräch gekommen, hat bei kleinen und großen Problemen beraten und vermittelt. Die Themen spiegeln die Vielfalt der Lebenslagen wider. Sie drehen sich um Nachsorge und Wochenbett über die medizinische Versorgung des Neugeborenen bis hin zu Fragen rund um Elterngeld, Kindergeld, Elternzeit oder Sorgerecht.  

Die Geburt eines Kindes ist ein zutiefst bewegender Moment – und zugleich eine Phase, in der Eltern besonders verletzlich sein können. Genau dann ist es entscheidend, dass Hilfe früh, unkompliziert und ohne Hürden erreichbar ist.  

Michaela Windmeisser ist regelmäßig montags, mittwochs und freitags von 9 bis 12 Uhr auf unserer Geburtshilfe im Einsatz. In der Regel finden die ersten Gespräche am zweiten Aufenthaltstag statt. Das Angebot richtet sich an alle Eltern mit Neugeborenen, unabhängig von Herkunft, Sprache oder sozialem Hintergrund.  

Durch die enge Zusammenarbeit mit regionalen Partnern – darunter Frauen- und Familienzentren, Jugend- und Familiendienste, Migrantenberatungen, Nachsorgehebammen und Kinderärzte – ist ein tragfähiges Netzwerk entstanden, das Eltern schnell und gezielt erreicht. 

„Unser Ziel ist es, Familien möglichst früh Sicherheit zu geben – bevor aus Belastung Überforderung wird“, sagt Michaela Windmeisser. „Wenn wir Eltern rechtzeitig mit den passenden Angeboten vernetzen, stärkt das nicht nur den Start ins Familienleben, sondern kann langfristig Risiken vermindern und Stabilität fördern.“ 

Nach einem Jahr steht damit fest: Die Babylotsin in Gera ist für viele Familien ein früher Halt in einer Lebensphase, die ebenso schön wie herausfordernd sein kann. Oder anders gesagt: Frühe Hilfe macht einen Unterschied – für Eltern, für Kinder und für einen guten Start ins gemeinsame Leben. 

Die Initiative Babylotsin wird gefördert von der Stiftung Fernsehlotterie und organisiert vom Kinderschutzbund Stadtverband Gera e.V.