SRH Wald-Klinikum Gera beteiligt sich an bundesweiter „Auf Ziel“-Kampagne für Herzinfarkt-Patienten. Ziel ist eine strukturierte, sektorenübergreifende Nachsorge mit konsequenter LDL-Cholesterinsenkung zur Reduktion des Risikos für Folgeereignisse.
Netzwerk für bessere Nachsorge nach Herzinfarkt: „Gera auf Ziel“ startet
Ein Herzinfarkt ist für Betroffene häufig mit einem tiefen Einschnitt in den Alltag verbunden und erfordert auch nach der Akutbehandlung eine eng abgestimmte Nachsorge. Vor diesem Hintergrund beteiligt sich das SRH Wald-Klinikum Gera an einer bundesweiten Kampagne der Deutschen Gesellschaft für Lipidologie – Lipid-Liga. Ziel der Initiative ist es, die Versorgung von Herzinfarkt-Patientinnen und -Patienten strukturierter und sektorenübergreifend weiterzuführen, um das Risiko für einen erneuten Infarkt zu senken.
Fokus auf LDL-Zielwerte bei Hochrisikopatienten
Unter dem regionalen Motto „Gera auf Ziel“ setzt das SRH Wald-Klinikum Gera gemeinsam mit niedergelassenen Kardiologinnen und Kardiologen, Hausärztinnen und Hausärzten sowie weiteren Facharztpraxen einen Schwerpunkt auf die konsequente Senkung des LDL-Cholesterins („schlechtes“ Cholesterin) bei Hochrisikopatienten nach Herzinfarkt. Angestrebt werden – abhängig vom individuellen Risikoprofil – LDL-Werte unter 55 mg/dl (1,4 mmol/l) oder darunter.
„Eine konsequente Lipidsenkung senkt das Risiko für ein erneutes Ereignis deutlich. Entscheidend ist, dass die im Krankenhaus begonnene Behandlung ambulant verlässlich fortgeführt und kontrolliert wird“, sagt Dr. Martin Winterhalter, Chefarzt der Kardiologie und Internistischen Intensivmedizin am SRH Wald-Klinikum Gera.
Therapie früh starten – ambulant fortführen
Patientinnen und Patienten, die im Herzkatheterlabor des SRH Wald-Klinikums Gera behandelt werden, erhalten im Rahmen des Projekts einen Herzinfarkt-Pass. Zudem wird die lipidsenkende Therapie bereits in der Akutsituation initiiert. Das Projekt setzt darauf, dass die Behandlung nach der Entlassung eng begleitet wird – einschließlich regelmäßiger Kontrollen und ggf. Anpassungen, wenn Zielwerte nicht erreicht werden.
„Ziel ist es, die optimale Behandlung, die im Krankenhaus gestartet wird, in der ambulanten Versorgung stabil weiterzuführen. Dafür binden wir Hausärztinnen und Hausärzte sowie Kardiologinnen und Kardiologen ein und bauen die Zusammenarbeit in einem Netzwerk aus“, sagt Dr. Jörg Langel, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie.
Information und Aufklärung als Teil des Projekts
Zum Projekt gehört auch die Aufklärung darüber, dass bei Hochrisikopatienten häufig eine hochdosierte medikamentöse Therapie notwendig ist. „Ernährungsmaßnahmen sind wichtig, reichen bei dieser Patientengruppe aber in der Regel nicht aus, um die notwendigen Zielwerte zu erreichen. Für viele Betroffene ist eine langfristige, leitlinienorientierte Therapie erforderlich“, so Winterhalter.
Regionale Zusammenarbeit mit bestehenden Partnern
Das SRH Wald-Klinikum Gera arbeitet dabei nach eigenen Angaben eng mit niedergelassenen Praxen in Gera und Umgebung zusammen. Ergänzend wird die Kooperation mit regionalen Akteuren – unter anderem der „Initiative gegen den Herztod“ – fortgeführt, um die Nachsorge und Information für Betroffene zu stärken.
Die Kampagne „Gera auf Ziel“ wurde im Rahmen einer Fachtagung im Dezember 2025 in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Lipidologie sowie Ärztinnen und Ärzten aus Gera und Umgebung vorgestellt.
Hinweis für Patientinnen und Patienten: Betroffene nach Herzinfarkt können sich zur Nachsorge und zu individuellen LDL-Zielwerten an ihre behandelnde Hausarztpraxis bzw. kardiologische Fachpraxis wenden.