Urologie erweitert OP-Spektrum. HoLEP-Verfahren wird für die Behandlung der Prostata und die Entfernung von Harnsteinen eingesetzt.
Die Klinik für Urologie in Gera erweitert ihr Angebot bei gutartiger Prostata-Vergrößerung um eine weitere Operationsmethode. Mit der Holmium-Laser-Enukleation der Prostata (HoLEP) werden seit Mitte Januar Patienten behandelt. „Ich bin froh“, sagt Chefärztin Dr. Susan Foller, „dass wir unseren Patienten diese zusätzliche Option anbieten können.“
Zugleich ist das neue System eine All-in-one-Lösung für zwei häufige Eingriffe in der Urologie: für die Behandlung der Prostata und für die Entfernung von Harnsteinen. Der bisherige „Stein“-Laser wurde aus dem Betrieb genommen.
Bevor die Entscheidung für die neue Technik fiel, hat das Team verschiedene Optionen abgewogen – unter anderem durch Erfahrungsberichte von Kolleginnen und Kollegen sowie Recherchen in Leitlinien und Fachliteratur. Die Holmium-Lasertechnik überzeugte am Ende: Für die Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung gibt es hier die größte klinische Erfahrung und eine besonders belastbare Studien- und Datenlage. Zur Vorbereitung hospitierte das OP-Team, bestehend aus Chefärztin Dr. Susan Foller, Oberarzt Dr. medic. Vladimir Tudoroi und der Operationstechnischen Assistentin Franzi Jesse, außerdem in renommierten Kliniken in Berlin, um Abläufe, Setup im OP und praktische Details im Alltag zu sehen.
Mitte Januar fiel der Startschuss: An den ersten beiden OP-Tagen wurden fünf sehr unterschiedliche Fälle behandelt. Der postoperative Verlauf sei wie erwartet gewesen. „Die Patienten konnten jeweils am dritten Tag nach dem Eingriff wieder nach Hause“, berichtet Vladimir Tudoroi. Zum Vergleich: Bei den ebenfalls angebotenen Verfahren – der transurethralen elektrischen Resektion (TURP, umgangssprachlich „Aushobeln“) und der laparoskopischen Adenom-Enukleation (umgangssprachlich "Ausschälen") – bleiben Patienten je nach Verlauf meist zwischen vier und sechs Tagen im Krankenhaus.
Wie HoLEP funktioniert
Bei HoLEP wird das vergrößerte Prostatagewebe durch die Harnröhre entlang einer natürlichen anatomischen Schicht schrittweise gelöst und in die Harnblase verlagert. Anschließend wird es mit einem speziellen Instrument, dem sogenannten Morcellator, zerkleinert und abgesaugt.
Die Risiken für ein Wiederauftreten der Beschwerden sowie eingriffsbedingte Nebenwirkungen seien gering. „Davon profitieren unsere Patienten“, sagt die Chefärztin.
Besonders sinnvoll sei HoLEP bei mittleren Prostatagrößen. „HoLEP erweitert das operative Angebot unserer Klinik“, so Foller. Ziel sei es, je nach Befund und Patientensituation das Verfahren auszuwählen, das am besten zum jeweiligen Patienten passt.