SRH Wald-Klinikum Gera
Waldklinikum Gera

Nachhaltige Anästhesie: wir stoppen Einsatz von Desfluran

Ab 2026 steigt der Stiftungskonzern SRH mit seinen zehn Akutkliniken vollständig aus Desfluran aus und spart so jährlich über 81 Tonnen CO₂-Äquivalente ein. Ein konsequenter Schritt für mehr Nachhaltigkeit – ohne Einbußen in der Versorgungsqualität.

Veränderungen in der Gesundheit brauchen nicht immer einen politischen Beschluss. Sie können auch das Ergebnis einer gemeinsamen Idee sein, die auf einem Stationsflur, in einem Besprechungsraum oder beim Austausch zwischen Kolleginnen und Kollegen entstanden ist. Genau so entwickelte sich in den vergangenen Monaten der Entschluss, in der SRH Gesundheit möglichst vollständig auf das klimaschädliche Narkosegas Desfluran zu verzichten – ein Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Patientenversorgung.

Was als interdisziplinärer Austausch begann, wurde schnell zu einem gemeinsamen Projekt: Zusammen erarbeiteten Kolleg:innen der Anästhesie, des Nachhaltigkeitsmanagements der SRH Gesundheit, des Zentraleinkaufs und Kolleg:innen aus Apotheke und Medizintechnik gemeinsam eine Lösung, die ökologische Verantwortung und hohe Versorgungssicherheit verbindet. Das Ergebnis: Ein klarer Beschluss, Desfluran als Narkosegas ab Februar 2026 an allen Standorten unserer SRH Akutkliniken in der Routine nicht mehr einzusetzen.

"Unsere medizinischen Leistungen können wir weiterhin vollständig und in gewohnter Qualität erbringen, da mehrere etablierte und sichere Alternativen zu Desfluran zur Verfügung stehen", bestätigt Priv.-Doz. Dr. med. habil. Falk A. Gonnert, Chefarzt der Anästhesie am SRH Waldklinikum Gera und Leiter des Clusters Anästhesie. Für medizinisch zwingend notwendige Fälle wird Desfluran nur noch in geringen Mengen vorgehalten.

Ein Schritt mit großer ökologischer und wirtschaftlicher Wirkung

Desfluran gilt als eines der klimaschädlichsten Anästhetika, da das Gas nach der Narkose größtenteils unverändert in die Umwelt gelangt. Je nach Frischgasfluss fallen je eingesetzte Stunde von Desfluran in einer OP etwa so viele Emissionen (CO2 Äquivalente) an, wie bei einer Autofahrt zwischen 375-750 km.  

Die entsprechende Analyse an unseren SRH Akutkliniken von Juni 2024 bis Juli 2025 zeigte zum einen, dass wir Desfluran bereits heute nur noch an wenigen SRH Standorten einsetzen. Zum anderen wurde sichtbar, dass mit einem vollständigen Verzicht auf Desfluran, nur für diesen Zeitraum, weiteres Einsparpotential von 81,3 Tonnen CO2 Äquivalent (oder umgerechnet 760.000 km Autofahrt) liegt.

Viele Standorte unserer SRH Gesundheit setzen bereits auf zeitgemäße Alternativen wie Low-Flow-Anästhesie oder intravenöse Verfahren. Gemeinsam mit unseren Anästhesie Teams werden die Maßnahmen zur Weiterentwicklung umweltfreundlicher Verfahren weiter vorangetrieben. Unter anderem betrifft das

•    Ausbau intravenöser Narkosen (z. B. Propofol)
•    Verzicht auf Lachgas und Desfluran
•    Stärkung von Low-Flow- und Minimal-Flow-Techniken
•    Reduktion der Frischgaszufuhr
•    Schulungen zum nachhaltigen Gerätehandling

Strukturelle Unterstützung für eine zukunftsfähige Versorgung

Der SRH Zentraleinkauf begleitet diese Entwicklungen organisatorisch und sorgt für die entsprechenden Rahmenbedingungen, ohne in die medizinische Entscheidung einzugreifen. Die gute Nachricht: Die vorhandenen Narkosegeräte ermöglichen bereits heute einen sehr nachhaltigen Betrieb. Eine Ersatzbeschaffung ist derzeit nicht notwendig.

Die Entscheidung, auf Desfluran zu verzichten zeigt, was möglich wird, wenn unterschiedliche Disziplinen zusammenwirken und Verantwortung übernehmen. „Dieses Projekt ist ein Beispiel dafür, wie wir als SRH Gesundheit unsere Zukunft gestalten: mit fachlicher Expertise, dem Mut zur Veränderung und dem gemeinsamen Ziel, Umwelt- und Patientenschutz miteinander zu verbinden“, fasst es Marlene Bercher zusammen, die als Leiterin für Nachhaltigkeit und Social Media die Nachhaltigkeitsthemen der SRH Gesundheit verantwortet.

Als Teil der Unternehmensstrategie ist Nachhaltigkeit in unserer SRH fest verankert. Nachhaltiges Handeln erschöpft sich nicht in Leitbildern, sondern in der täglichen Arbeit von uns allen sichtbar wird: in Projekten, Initiativen und kleinen wie großen Beiträgen für mehr Bildung, Gerechtigkeit und Gesundheit. Genau darin zeigt sich unsere gesellschaftliche Verantwortung – und genau daraus wächst eine nachhaltige Zukunft, die wir gemeinsam gestalten.